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Nach langem hin und her, nämlich nach über 40 Jahren ist es schwer noch genau zu wissen, “Wie, Was, Wo”, damals los war und was Wahrheit oder Seemannsgarn ist. Angefangen hatte alles in einer Kneipe in Cherbourg (Frankreich). Im Winter 1965/66 konnten wir nach einem größeren Manöver wegen starken Eisgangs mit unseren Holzbooten nicht in unseren Heimathafen Cuxhaven zurückkehren. Das ganze Geschwader mußte die Wintermonate in Cherbourg liegen bleiben. Soweit ich mich noch erinnern kann, hat unser Floppi, so nannten wir unseren “11”er Kameraden bei einem Anschieds-Trinkgelage in einer Hafenkneipe unseren sogenannten Bordhund mitgenommen.In der Kneipe wimmelte es von jungen Hunden und mit jeder neuen Trinkrunde hieß es bei Floppi: Erst Ja, dann Nein und dann hat er doch einen der Welpen unter seiner Bluse versteckt und Mitgehen lassen und an Bord geschmuggelt.
Am nächsten Vormittag als wir schon auf See, Richtung Heimat waren, wurde der Hund den Kommandanten vorgeführt und wir durften ihn an Bord behalten. Der Hund bekam seinen Namen “WILLI” ehrenhalber nach den Vornamen unseres “Leitenden der Maschine” (LI), der uns beim “Alten” unterstützt hatte. Nun hatten wir einen Bordhund, mit dem wir viel Freude und auch Ärger hatten. Denn er war ja noch so klein und mußte jetzt sehr viel lernen und keiner von uns hatte sich bisher mit so kleinen Hunden befaßt. Damit er seine Geschäfte nicht unter Deck verrichtete haben wir sehr viel mit ihm am Oberdeck trainiert. wenn es zu lange dauerte haben wir ihn auf eine Perserning gesetzt, ihn ein bißchen durch die Luft gewirbelt somit kam das Angstgeschäft, das Große sowie das Kleine. Auch spielte er gerne mit den Knoten an den Tampenenden, das Ganze ging so lange gut, bis er eines schönen Tages über Bord ging und das Schwimmen lernte. Zum Glück lagen wir im Hafen und dann hieß es “Mann über Bord”. Alles was zur Verfügung war rückte an, der Kescher wurde genommen, aber siehe da, es war ein Loch im Netz des Keschers, dass war etwas und dass vor den Augen des Oberleutnants, unserem“Alten”. Wahrscheinlich hatte Willi das Netz kaputtgeknabbert, denn Tauwerk war ja seine Spezilität. Aber es gelang uns dann doch noch unser Wollknäuel zu retten. Ja, retten mußten wir ihn des öfteren aus verflixten Situationen.So auch im Sommer 1967 als wir von einem Manöver nach Cuxhaven zurückkamen und es hieß, wir sollten sofort weiter zur Kieler Woche fahren und der Hund muß geimpft werden oder in Quarantäne gehen.Also wurde ganz schnell Geld gesammelt und der liebe Willi wurde geimpft.
In Kiel gab es dann ein weiteres Problem mit unseren Willi. Da viele Besatzungsmitglieder zum 30.06.67 abgemustert wurden, darunter auch die Betreuer von Willi, wußten wir nicht was mit Willi wird. Wir hatten ihn alle lieb gewonnen und konnten ihn doch nicht allein zurück lassen. Unser Smutje hatte sich zwar bereit erklärt, sich weiter um Willi zu kümmern aber es sollte wohl nicht so sein. Denn nach einigen Tagen und langem hin und her wurde unser liebgewonnener Willi für ein paar Röhrengeräte (Bierkisten) an die Besatzung eines M-Bockes (??) vom 5 Minensuch- geschwader aus Neustadt feierlich in gute Hände übergeben. Ich habe von Willi nie wieder etwas gehört und hoffe, dass sich vielleicht einer, der diese Seite liest, Informationen über das weitere Leben von Willi berichten kann.
 Der Text und die Bilder wurden von den beiden Ariadne-Veteranen Friedhelm Waßmus aus Wolfsburg und Klaus Bredekamp aus Bremen zur Verfügung gestellt.
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