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Bordhund Blacky von Taucherboot UW1/W44 |
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Das Boot wurde während des Zweiten Weltkrieges auf einer kanadischen Werft, als Minensuchboot des Typs MMS I (Admiralty Klasse) gebaut und wurde von der Royal Navy zum Minenräumen im Kanal eingesetzt.Nach Kriegsende rentierte sich der Rücktransport nach Kanada nicht und die Engländer hatten keine Verwendung für alle diese kleinen Boote.So wurden viele Boote an den Partnerstaaten abgegeben und so gelang es nach Gravelines/Frankreich und wurde unter den Namen “PIERRE MENE” als Fischkutter umgebaut und eingesetzt. Später wurde es nach Belgien verkauftund fuhr dort einige Zeit. Im April 1952 wurde es für den Bundesgrenzschutz See angekauft und nach Deutschland überführt.In Leer wurde das Boot bei der Jansenwerft umgebaut und grundüberholt. Schließlich wurde am 03.07.1953 als “W12” für die 3. Wachflottille des BGS-See in Dienst gestellt.Zeitweise fuhr das Boot mit einem rechteckigen Schornstein. Am 01.07.1956 erfolgte dann die Übernahme in die Bundesmarine und am 02.07.1956 die Indienststellung als “UW1 beim Schulgeschwader Ostsee in Kiel.Bei der Bundesmarine wurden die Boote dieses Typs im übertragenen Sinne ihrer Herkunft und Typbezeichnung nach ( BYMS= British Yacht Mine Sweepers ) auch mit Nickmane “Bimsen” bezeichnet. Die Boote erhielten keine Namen, sondern eine aus zwei Kennbuchstaben bestehende Bezeichnung mit Zahl: UW für Unterwasserwaffenschule. UW1 wurde in der ersten Zeit als Schulschiff eingesetzt und war mit den anderen Bimsen dem Schulgeschwader Ostsee zugeteilt, bis zur nächsten Umorganisierung. An 03.10.1958 liefen die Taucherschulboote und die Marinefernmeldeboote nach Flensburg aus zur Übergabe an die dortigen Schulen, nun unter der neuen Kennung “W44”.Danach erfolgte der Umbau zum Taucherboot bei MTW-Bremerhaven In der Bundeswehr fanden die ersten Lehrgänge der Minentaucher zusammen mit den Kampf- schwimmern 1958 bei der Marineunterwasser- waffenschule in Flensburg und der Ausbildungsstätte List statt. Bis 1963 standen das Taucherboot UW 1, später die EIDER im Einsatz. ![]() ![]() Zum 1. Oktober 1964 wurde die Minentaucherkompanie aufgestellt und dem Kommando der Minenstreitkräfte truppendienstlich sowie für den Einsatz unterstellt. Zu den Aufgaben zählten: - Absuchen von küstennahen Seegebieten, Häfen und Binnengewässern nach Seeminen und anderen Sprengkörpern, - Beseitigung von Minen und Sprengkörpern, - Bergung und Demontierung von Minen, - Durchführung von Truppenversuchen militärischer und ziviler Institutionen, - Inübunghalten von aktiven Minentauchern, die nicht zur Einheit gehören und von Reservisten, - Ausbildung von Minentauchern, - Mithilfe bei Rettungsaktionen und Katastrophenfällen im Rahmen des Tauchereinsatzes. Ab 1963 verlegten die Minentaucher ihren Sitz in die Marinewaffenschule in Eckernförde.Ab 1966 war die Minentaucherkompanie auf dem Wohnboot „ALTER HAFEN“ zu Hause.An Bord wurde nur noch gelebt, wenn UW1 auf Tour war und das war sehr häufig.
Nach meiner Dienstzeit auf Z4 kam ich auf UW1 unter HBm Wiederich, danach HBm Bade. Ich war von 7/61 - 9/62 (Ende meiner Dienstzeit)als Gefr./Ogefr., als RD23 an Bord. Blacky ist in meinem Herzen lebendig geblieben. Manchen Kameraden habe ich vergessen, nicht aber Blacky. Na ja, er war ja auch der einzige (tierische) Hund an Bord. UW1 (eine sogen. Bimse - kanadischer Minensucher) war Taucherschulboot bei der MUWS. Meist hatten wir Minentaucher an Bord, manchmal auch Kampfschwimmer. Die Taucher- Ausbildung fand in List auf Sylt statt, weshalb wir meist dort im Hafen lagen. Blacky war in List bekannt, wie ein "bunter Hund". Auf Sylt gab es viele Karnickel und Blacky kroch gern in deren Löcher, wo er dann stecken blieb. Dann kamen wildfremde Leute zu uns auf die Pier (meist Touristen) und teilten uns mit wo Blacky festsaß. Wir zogen dann los, mit allem Werkzeug, das uns zur Verfügung stand (Kehrblech - natürlich) um Blacky zu befreien, was immer gelang.Währen einer Hafenliegezeit in Kiel fiel auf, daß Blacky Schwierigkeiten hatte, seinen Kopf zu schütteln. Also wurde unser Signalgast, der Gefreite Gerd Kruse beauftragt, Blacky zum Tierarzt zu bringen. Der Tierarzt band Blacky die Schnauze zu (trotz des Einwands von Gerd, daß dies zwecklos sei). Nach ca. 2 Sekunden war Blacky wieder frei. Also mußte Gerd ihn eben so festhalten. Blacky war eben ein sehr gutmütiges Tier.Ergebnis der Untersuchung: Blacky mußten die Ohren von dem Sand gesäubert werden, den er sich bei seinen Karnickel-Höhlenbesuchen in List eingefangen hatte. Einmal waren wir in Neustadt/Ostsee, Auslaufzeit, Blacky war nicht da. Alle waren traurig, aber auf dem nächsten Dampfer, der aus Neustadt kam, war Blacky mit an Bord. Unser alter Kommandant (zwischenzeitlich in Neustadt) hat ihn gesehen und dem nächsten Boot nach Kiel mitgegeben. Wenn wir auf See waren hat Blacky seine Notdurft so lange zurückgehalten, bis wir wieder wo anlegten, dort stand er dann 10 Minuten an der Hecke. Einmal lagen wir ca. eine Woche in der Ostsee auf Reede. Da konnte er nicht anders, er pinkelte an den Schornstein. Also haben wir gewartet, bis er fertig war und dann Oberdeck gespult. Wir hatten meist viel Freude mit Blacky. Ob diese Freude immer gegenseitig war ist anzuzweifeln. So wurde Blacky im Laufe der Zeit zum “Entfesselungs-Künstler”, weil wir ihn immer wieder irgend welche Fesseln anlegten und er sich sehr schnell wieder befreite.
Ich bin mir sicher, daß Pütz der Bordhund von TM1 (nicht von TM2) war. denn jedes Mal wenn eines dieser dieser Boot in Kiel war, hatte es seinen Liegeplatz neben uns (UW1) im Päckchen. Auf TM2 war eine Katze. Wenn diese an Land wollte, mußte sie bei uns übers Oberdeck. Einmal hat Blacky sie dabei erwischt. Eine wilde Jagt begann. Die Katze, in ihrer Verzweiflung rannte in unser Deck. Blacky sprang den Niedergang ins Deck hinunter, was er sonst nie gemacht hat, überschlug sich mehrfach. In der Zeit war die Katze wieder oben. Blacky kam alleine den recht steilen Niedergang nicht wieder hoch, also blieb ihm nur übrig da unten zu toben und die Katze war gerettet. Pütz und Blacky vertrugen sich nicht, so daß immer einer von den beiden “aus dem Verkehr”gezogen werden mußte. Das war aber nicht immer so, bis wahrscheinlich ein paar “gute Kameraden” die beiden aufeinander gehetzt haben. Dann ging nichts mehr. Blacky hat dabei jedes Mal den Kürzeren gezogen, so dass wir froh waren, wenn TM1 nicht so oft nach Kiel kam, wenn wir auch dort waren.
Lumumba und Blacky haben sich gut vertragen. U-Bauer hatte oft seinen Liegeplatz an der Pier uns gegenüber. Da gehörte er dann wohl auch hin. Doch auch wenn U-Bauer einen anderen Liegeplatz hatte, kamen die Hunde zusammen. Wenn Blacky nicht fressen wollte, brauchte der Smut nur zu sagen: “Dann bekommt´s der Lumumba”, dann hat er´s weggeputzt, so groß war die Freundschaft zu Lumumba dann wohl auch nicht. Blacky war 1961 schon relativ alt, er dürfte die Fünfzig sicher schon überschritten haben. Meine Dienstzeit war im September 62 zu Ende. Was mit den Hunden danach geschah, habe ich nicht mehr mit bekommen, Leider ist er dann während einer Holland-Reise - nach meiner Bordzeit - von Landgang nicht zurückgekehrt, habe ich erst vor kurzem erfahren.
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