Leuchtfeuer links

Geschichten über Bordhunde auf Marineschiffen

Leuchtfeuer links
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Der Werdegang des Tender/Meßboot Trave A51



Begleitschiffe / Tender EIDER-Klasse. Dazu gehörten auch das spätere Messboot TRAVE, Klasse 715. Eider und Trave waren vormals Begleit-und Schulschiffe der Klasse 139. Sie wurden im Rahmen des Kriegsbauprogramms der Royal Navy als Kanonenkorvetten in Canada erbaut. Sie gehörten der Isles Class an und wurden in großer Anzahl auf den Boots+Jachtwerften unter der Bezeichnung “MS-Trawler” produziert.
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Hier die HMS-Flint mit der Takt. Nr. T287, die spätere Trave
Sie wurde am 11.12.42 für die Royal Navy in Dienst gestellt


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Die T281 ist ein Schwesterschiff der Flint


Nach Kriegsende wurden viele dieser Boote verkauft und meistens ihrem eigendlichen Zweck wieder zugeführt.Sie wurden entwaffnet und als Fischfang Trawler umgerüstet. Auch die Flint ging nach Belgien als Fischereiboot und wurde dann 1952 von der BRD gekauft und nach längerer Modernisierung erfolgte am 21.01.1954 die Indienststellung für den Bundesgrenzschutz See.
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Am 01.07.56 erfolgte die Übernahme durch die Bundesmarine und als Schulschiff-Tender dem Kommando der Marineausbildung  unterstellt.
Dann erfolgten in rasanter Weise am 01.10.59 die Zugehörigkeit zum 1. Geleitgeschwader und ein Jahr später 01.07.60 schließlich dem Schulgeschwader unterstellt.


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Herbst 1963 erfolgte die Außerdienststellung der 5 Schulboote und der beiden Tender, ihre Aufgaben wurden nun von der Deutschland übernommen.
 Die Trave wurde erst einmal dem 3. Schnellbootgeschwader unterstellt, danach erfolgen dann wieder Umbauarbeiten und Übernahme zum Messboot mit Heimathafen Flensburg.


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Nach einigen Jahren im sogenannten Flottendienstgeschwader wurde die Trave von moderneren Nachfolgerbooten abgelöst und dem Minenlegergeschwader in Flensburg unterstellt
Am 25.11.71 erfolgte dann nach 40-jähriger Seefahrt die Außerdienststellung und am 20.11.72 wurde sie über die VEBEG verkauft und verschrottet.



Bordhund Tschitschi vom Tender/Messboot Trave


Wann Tschitschi an Bord der Trave kam ist noch nicht bekannt, einige sagen, dass er bereits im Schulgeschwader da war und ein Nachkomme vom BrummerTaps” und der Hummel Hündin “Viga” aus dem 1963er Herbstwurf ist.



Der Kamerad Detlev Paffrath, berichtet folgendes:
Da ich für einige Zeit, im Jahr 1963 auf Tender Trave unter Oberleutnant z.See Deckert als Smutje gefahren bin und den hier von Dir aufgeführten Bordhund Tschitschi selber in Flensburg an Bord "geschmuggelt" habe, will ich kurz über Tschitschi berichten.


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Tschitschi ist auf dem Bild noch ziemlich jung. Er muss erst einige Wochen alt gewesen sein, als ich ihn OLt.z.S. Deckert vorstellte. Ich kann mich noch genau erinnern. Er hat damals nichts gesagt, sondern nur geschmunzelt und damit war Tschitschi unser Bordhund.


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Mein damaliger Kochsmaat (ohne Schiffchen) und ich dahinter


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Rechts ich selber und die Jungs beim Kartoffelschälen



Der Kamerad Michael Wirthgen berichtet:
Ich war 1966 bis 1967 auf Messboot Trave .Dort gab es den Bordhund Tschitschi mit Dienstrang Hauptgefreiter. Ich habe noch diese Bilder vom Hund aus der damaligen Zeit.
 


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Michael mit Tschitschi auf der Pier in Flensburg



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Der Waffenabschnitt unter sich!
Tschitschi bewacht die Artillerie

Auch Tampen waren vor Tschitschi’s scharfen Zähnen nicht sicher.




Der Kamerad Klaus-Dieter Hahn berichtet:
Ich war „Puster“ auf Messboot Trave von Oktober 1968 bis September 1969. Die Geschichten über Tschitschi mit seinen Busfahrten, Schaufensteraufenthalten in der Strasse Flensburgs, die man nicht in Uniform betreten durfte,…usw. kann ich nur bestätigen. Ich selbst habe ihn einmal vor dem Auslaufen dort abgeholt. Zu meiner Zeit wurde Tschitschi auch häufig „Männlein“ genannt. Und demzufolge hiess eine der spektakulärsten Veranstaltungen an Bord auch „Männleins Tigersprung“. Vorweg, der Hund war versessen auf fliegende Potackis (=Kartoffeln)
Nachdem sich alle interessierten Besatzungsmitglieder an Oberdeck versammelt hatten, wurde mittschiffs an Backbord das Tor in der Reeling geöffnet, wo sich jemand mit einer Potacke in der Hand aufstellte. Gleichzeitig wurde Tschtschi Steuerbord achtern „heissgemacht“. Man muss sich das so vorstellen wie ein Kind ein Auto mit Schwungrädern in Gang bringt. Nach einem kräftigen Schwung rückwärts und nachdem die Pfoten auf den Planken „Grip“ gefunden hatten, jagte Tschtschi  unter Gejohle und Anfeuerungsrufen der Besatzung die Steuerbordseite entlang und bog mit Affentempo mittschiffs aufs Oberdeck ein.
 In diesem Moment wurde die Kartoffel ins Wasser geworfen, woraufhin Männlein mit einem Riesensatz - eben einem Tigersprung – hinterhersprang. Nachdem er die  Suche nach der längst untergegangenen Potacke aufgegeben hatte, schwamm er zum Dampfer zurück, wo er dann über ein Fallreep wieder an Bord geholt wurde.
Tschischi's Tigersprung
 Bei der Aufnahme des „fliegenden Tschtschi“ sieht man bei näherem Hinsehen sogar noch die Kartoffel in der Luft.
Tschitschi's Rettung
 Die zweite Aufnahme zeigt das Zurückholen an Bord durch den Verfasser.

Ich habe noch einiges an Fotomaterial aus meiner Trave-Zeit, z.B. das ebenfalls beigefügte Bild, aufgenommen im Sommer 1969 in der Hatra-Werft in Travemünde.
Tschitschi beim  Belohnen
 Es zeigt mich bei der „Raubtierfütterung“ mit „Broncos“ wie diese roten
 Hundefutter-Ringe seltsamerweise an Bord genannt wurden.



Der Kamerad Lothar Redemund fuhr von 1969 bis 1970 auf Messboot Trave und hat die folgenden Bilder von der Trave und Tschitschi beigesteuert.


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Sturmfahrt durch die östliche Ostsee,dem Haupteinsatzgebiet des Messbootes Trave.
Das Sturmbild war eine Septemberfahrt mit 6 Meter Wellen, ich selbst habe auf dem Peildeck mit dem Windmesser die Windstärke gemessen, diese war nicht mehr messbar, da die Anzeige meistens am Anschlag war.


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Messboot Trave an der Pier in Flensburg 1970


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 Bild unserer Fußballmannschaft
 Der in Wachgänger-Uniform bin ich.
Wir hatten ein Spiel gegen die Fregatte Karlsruhe und gewonnen.
Nach Spielende hatte ich Wache, deswegen schon in Uniform.
 


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Tschitschi in seiner maritimen Hundehütte


Wenn wir ausgelaufen sind, haben wir immer Leute vom Abschnitt bekommen, wenn Tschitschi und die Abschnittleute beieinander waren und einer von der Stammbesatzung hat leise zu Tschitschi gesagt “fein grinsen Junge” dann bellte Tschitschi die Abschnittleute an.
Marinekameraden die schon länger an Bord waren erzählten daß Tschitschi mit dem Bus nach Flensburg reinfuhr und sich im Olaf Samson Gang  verköstigen ließ. Nachts fuhr kein Bus mehr und Er mußte zurück  laufen, er kam dann immer ziemlich fertig an Bord wieder an und pennte dann den ganzen Tag in seiner Tonne.


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Keine Feier ohne Maier, wo es lustig ist, ist auch Tschitschi mit dabei.
Kamerad Arthur Harms hat alle Hände voll zu tun.


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Freiwache auf dem Achterdeck beim Sonnenbaden
Der Marinekamerad mit Tschitschi (Schweißerbrille) auf dem Arm ist Philbert Haberstock aus Bad Hindelang.


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Die Motive für verrückte Posen beim Fotoshootung sterben nich aus


Dem Tschitschi haben die Heizer mal das Backbord Ei Rot und das Steuerbord Ei Grün angemalt und zum Hauptgefreiten degradierd, Er hat irgend einen Blödsinn gemacht, weiß aber nicht mehr was es war.
Danach ist Er zwei Tage nicht mehr an Bord erschienen.



Manfred Hollenbach hat Tschitschi (auf dem Fußballbild unten links sitzend) nach der Auserdienststellung der Trave mit  nach Hause (Essen) genommen. Leider lebt Manfred nicht mehr, selbiges trifft für Manfred Kaffenberger aus Brake Unterweser zu, zweiter von rechts kniend.
Dritter von Rechts stehend ist Manfred Köster aus Braunschweig. Die anderen Namen sind mir leider nicht mehr bekannt.



Die Tave und ihre Spielkameraden


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Der Kamerad Gerd Karpenstein berichtete die nachfolgende Story:
Hallo Peter, da Du interessante Ereignisse mit aufnimmst habe ich aus meinen Lebenserinnerungen etwas kopiert. Der unten aufgeführte Bericht ereignete  sich 1968. Die beigefügten Fotos handeln von diesem spektakulären Vorgang. Es  zeigt doch, daß Seeleute auf beiden Seiten während des kalten Krieges humane  Gesten zu würdigen wußten.


Die Geschichte mit der Kiste


Am 24 Juli nahmen wir unsere Aufklärungsfahrt in der östlichen Ostsee wieder auf. Östlich Bornholm entdeckten wir am 28.Juli ein UBoot der ”Long Bin” Klasse PT.Nr.563 begleitet von einem Minensuchboot der Klasse ”T43“ mit der PT.Ner.300. Wir versuchten nahe an das UBoot heran zu kommen, wurden aber immer wieder von  dem Bewacher abgedrängt. Dieses Spielchen ging ungefähr eine Stunde bis wir  unsere Fotos im Kasten hatten. Wir ließen uns in der Nähe treiben und  beobachteten alles weitere. Irgend jemand kam auf die Idee nach den hektischen  Manövern dem sowjetischen Bewacher eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu  lassen. Alle waren begeistert. Der Kommandant legte die Vorgehensweise fest. Es wurde eine Holzkiste zu Wasser gelassen und ich legte wie verabredet 2 Flaschen  Schnaps und eine Stange Zigaretten in die Kiste.trave_konterbande Aus dem ”Internationalen  Signalbuch” wurde das Flaggensignal “Fischen sie diesen Gegenstand” gesetzt und  wir entfernten uns von der Holzkiste. Voller Spannung warteten wir auf die Reaktion der Besatzung des sowjetischen Bootes, denn der kalte Krieg hatte sich im Hinblick auf die Ereignisse in der Tschechoslowakei wieder verschärft. Zunächst geschah auf dem T 43 nichts. Unsere Holzkiste dümpelte zwischen dem  sowjetischen und dem deutschen Kriegsschiff hin und her. Plötzlich nahm das Schiff langsam Fahrt auf näherte sich dem verdächtigen Objekt und nahm an der  uns abgewandten Seite die Kiste auf. Von der Brücke begab sich ein Offizier nach  achtern und begutachtete die Kiste. Nun schlossen wir Wetten ab, was der Russe wohl unternehmen würde. Ungefähr eine halbe Stunde tat sich nichts. Dann wurde  die Holzkiste wieder zu Wasser gelassen und ein entsprechendes Flaggensignal aus  dem ”Internationalen Signalbuch” gesetzt. Es lautete: ”Fischen sie den  Gegenstand”. Voller Spannung nahmen wir die Kiste auf und brachten sie dem  Kommandanten zur Brücke. In der Kiste waren: 1 Dose Thunfisch, 1 Glas Pfirsiche und einige Schachteln  Machorka. Die ganze Besatzung nahm regen Anteil an dieser Aktion. Zeigte es doch auf beiden Seiten, dass der Verständigungswille auf unterer Ebene durchaus vorhanden war und die Bereitschaft einer kleinen menschlichen Geste uns alle irgendwie berührte. Während die Machteliten auf  beiden Seiten aus politischen und auch aus wirtschaftlichen Gründen andere  Vorstellungen hatten. Kurz darauf winkten wir unserem Gegenüber zu und liefen nach Osten ab.

Kleinode aus Kamerad Gerd Karpenstein’s Backskiste
Gert schickte diesen kleinen Leckerbissen maritimer Kleinkunst
Thema: “Bordfest auf See”


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Hallo Peter,
3 Dias von dem Meßboot "Trave" 1967/68 habe ich noch gefunden. Es sind schon gut 40 Jahre her. Da wir immer ca  2- 3 Wochen in der östlichen Ostsee Aufklärungsfahrten durchführten, ohne einen  Hafen anzulaufen, führten wir ein Bordfest durch, nach dem Motto:
 “Die Heizer stellen die Damen”.
 An Einfaltsreichtum hat es nicht gefehlt. Na ja, zur Not frißt der Teufel Fliegen.


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 Auf dem Foto ist von links Jupp Bott (Seem.Nr.1) mit der Sonnenbrille, die rheinische Frohnatur; HBtsm Müller (LM), Kmdt.KptLt Bramesfeld, mit der Urkunde ist HBtsm Schweizer (LM), die anderen Namen  sind mir entfallen.


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Auf dem Foto bin ich als OBtsm und WO zu sehen.
Deine  Homepage ist eine historische Fundgrube, einfach toll. Beim Durchlesen kommen alte Erinnerungen wieder hoch und den einen und anderen erkennt man wieder. Immer wieder schaue ich mir gern die alten Fotos an.



Erinnerungen von Klaus-Dieter Hahn


Hey, ich habe noch 2 Fotos gefunden, die zwar nichts mit Tschitschi zu tun haben, vielleicht aber in die Historie der Trave passen. Bei der Geschichte mit der Kiste erinnerte ich mich an einen - allerdings sehr einseitig verlaufenen - Zigarettentausch mit der Besatzung eines russischen Minensuchers der Polnoczny-Klasse. Es müsste im 1. Halbjahr 1969 gewesen sein,
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dass wir eine Menge Zigaretten aus dem Privatbestand bei einem Abstand von ca. 5 Metern herüberwarfen und im Gegenzug 2 Päckchen ungeniessbaren Machorka erhielten.
 Aus der gleichen Zeit dürfte die 2. Aufnahme stammen.
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 Der "Brückenschmuck" zierte die Trave anlässlich ihrer 50. Fahrt als Messboot und war natürlich handgeknüpft, z.T. durch von der seemännischen Nr. 1 vergebene "Strafarbeiten".
Gruss Klaus-Dieter Hahn





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