|
Als ich im Dezember 1962 meine Dienstzeit als Heizer auf dem Tender „Eider“ antrat, gehörte Pauli schon zur Besatzung. Kaum war ich an Bord, wurde bereits für eine Tierarztrechnung gesammelt. Pauli hatte einen Angelhaken verschluckt, welcher operativ entfernt werden musste. Die Hunderasse war mir nicht bekannt, er war sehr lebhaft und umgänglich an Bord. Paulis Hundekoje war im Seemannsdeck, und er hatte den Dienstgrad eines Gefreiten.
Unser Heimathafen war Kiel. Pauli kannte sich dort sehr gut aus, er war beim Anlegen der erste, der von Bord sprang. Stolzen Schrittes, mit gespitzten Ohren und aufrechtem Schwanz, trat er seinen Landgang an und wurde mehrere Tage nicht gesichtet. Vor dem Auslaufen wurde mit dem Typhohn ein Signal abgesetzt und kurz darauf tauchte auch Pauli mit schlaffen Ohren und hängendem Schwanz wieder an Bord auf.
Pauli hat auch die Ausbildungsfahrt mit dem Schulgeschwader vom 07.01. - 27.03.1963 mitgemacht. Die Stationen: Rouen, Vigo, Lissabon, Funchal, Casablanca, Valencia, Palermo, Cartagena, Gibraltar, El Ferrol, Portsmouth, Cuxhaven, Flensburg, Kiel. Ertönte das Signal zum „Rollenschwoof“, lief er uns zur Manöverstation voraus.
Als wir nach der Ausbildungsfahrt wieder in Kiel ankamen, wurde das Schulgeschwader aufgelöst. Unser Kommandant wurde durch einen, von unserem Tender nicht beliebten, Offizier ersetzt. Pauli war wohl auch nicht damit einverstanden und zeigte dies mit einem Biss in die Offiziershose. Daraufhin erfolgte die Beförderung zum Obergefreiten.
Mit dem Werftbesuch 1963 endete meine Dienstzeit auf dem Tender „Eider“ und das Zusammenleben mit dem Bordhund Pauli.
Der ehemalige 11er Werner Schmitz, der vom 01.07.62 bis zum 06.01.66 auf der Eider gefahren ist, kannte Pauli recht gut und er erlebte im Juni 64 wie Pauli auf der Lindenau-Werft von einer E-Karre totgefahren wurde. Sein Seemannsgrab hat er dort in der Kieler Förde mit allen Ehren bekommen.
Text: Bernd Weidenbruch und Karl-Heinz Broschk von der



|